Jeder, der Kinder hat, wird sie und ihre Auswirkungen kennen: Die Zahnarztangst.
Sind die Kleinen noch jünger und vertrauensseeliger, gelingt es noch eher, sie zum verhassten und/oder gefürchteten Dentisten zu kriegen. Dabei fällt mir irgendwie immer die Simpsons-Szene ein, in dem die Kinder ausgetrickst werden, indem die Eltern vorgaukeln, es ginge nach Disney-Land, anstatt zum Zahnarzt. Nun gut, vielleicht nicht die feine englische Art und das Ganze wirkt wohl auch nicht so richtig vertrauensstärkend, aber immerhin effektiv. Mit dem richtigen Nachwuchs kann allein das bereits genug sein. Solch Unterfangen gestaltet sich natürlich mit zunehmendem Alter schwieriger, bleibt nur die Hoffnung, dass die Vernunft die Angst besiegt.
Schlimmer ist es aber für Menschen, die wirklich an
Zahnarztangst leiden, also an einer pathologischen Phobie. Für sie ist nämlich die Überwindung der Furcht vor einer Zahnbehandlung nicht schwierig, wie für „normale“ Menschen, sondern meist einfach gar nicht mit dem Körper vereinbar. Er sträubt sich regelrecht, selbst wenn der Geist vielleicht noch willig wäre, einfach nur aus der immensen Furcht vor der Behandlung heraus.
So ist das schwer vorstellbar, denn so richtig Freude bereitet es kaum einem Menschen, zum Zahnarzt zu gehen, ist doch das Risiko einer Bohrung oder Wurzelbehandlung einfach zu groß. Jedoch entscheidet man sich meistens mit der eigenen Vernunft für den Besuch eines Dentisten, nach dem Motto: „Ich komm sowieso nicht drum-rum.“
Diese Überwindung kraft Selbstdisziplin ist aber für richtige Zahnarztphobiker einfach nicht drinnen, es wäre so, wie für einen Arachnophobiker, sich selbst zu zwingen, in einen Raum voller Spinnen zu gehen. Der Körper und/oder Geist würden einfach dagegen rebellieren. Solche Menschen fallen aus diesem Grund vor lauter Angst teilweise sogar in Ohnmacht.
Allein angesichts solcher Schicksale sollte es einem schon viel leichter fallen, den „inneren Schweinehund“ zu überwinden und doch endlich den nächsten Zahnarzttermin zu fixieren.